Über das Werk
Georg Friedrich Händels „Rinaldo" (HWV 7a) wurde 1711 am Londoner Queen's Theatre uraufgeführt und war die erste italienische Oper, die speziell für die Londoner Bühne komponiert wurde. Sie machte Händel über Nacht in England berühmt. Das Libretto Giacomo Rossis und Aaron Hills basiert auf Torquato Tassos Epos „La Gerusalemme liberata" (1581).
Handlung
Während des Ersten Kreuzzugs steht der Christenheld Goffredo (Gottfried von Bouillon) vor den Toren Jerusalems. Sein Heerführer Rinaldo ist mit Goffredos Tochter Almirena verlobt. Die heidnische Zauberin Armida, Verbündete des Königs Argante, lässt Almirena in ihren Wolkenwagen entführen, um Rinaldo aus der Schlacht zu locken. Armida verliebt sich selbst in Rinaldo und gibt sich ihm in Gestalt Almirenas hin; gleichzeitig entbrennt Argante in Liebe zu der echten Almirena. Mit Hilfe eines christlichen Zauberers überwinden Goffredo und Rinaldo Armidas Garten, befreien Almirena und besiegen Argantes Heer. Armida und Argante konvertieren am Ende zum Christentum.
Kulturelle Bedeutung
Rinaldo enthält einige der populärsten Arien Händels überhaupt — Almirenas Klagearie „Lascia ch'io pianga" und Rinaldos Bravourarie „Cara sposa". Die Uraufführung mit ihren Bühneneffekten (echte Vögel, Feuerwerk, Wolkenwagen) machte Furore im Londoner Theaterbetrieb. Die Wiederentdeckung im 20. Jahrhundert führte das Werk zurück ins Repertoire; David Aldens Münchner Inszenierung (2001) und die Glyndebourne-Produktion 2011 setzen Maßstäbe.
