Über das Werk
Richard Wagners frühe Oper in fünf Akten wurde 1842 in Dresden uraufgeführt und war Wagners erster großer Bühnenerfolg. Das Libretto, von Wagner selbst nach Edward Bulwer-Lyttons Roman „Rienzi, the Last of the Roman Tribunes" verfasst, schildert den Aufstieg und Fall des römischen Volkstribuns Cola di Rienzo im 14. Jahrhundert.
Handlung
Im Rom des 14. Jahrhunderts unterdrücken die Adelsfamilien Colonna und Orsini das Volk. Der päpstliche Notar Cola Rienzi ruft das Volk zur Wiederherstellung der römischen Republik auf. Adriano Colonna, in Rienzis Schwester Irene verliebt, schwankt zwischen seiner Familie und dem neuen Tribunen. Rienzi schlägt den Adelsaufstand nieder, doch sein Gnadenakt — er begnadigt die Verschwörer — wendet sich gegen ihn: Die Adligen organisieren neuen Widerstand. Auch der Papst wendet sich ab und verhängt den Bann. Die einst jubelnde Bevölkerung wird zum aufgehetzten Mob. In der Schlussszene flüchten Rienzi und Irene auf das brennende Kapitol, das die Aufständischen anzünden. Beide kommen in den Flammen um, Adriano stürzt ihnen vergeblich nach.
Kulturelle Bedeutung
Rienzi war Wagners populärster Erfolg zu Lebzeiten und stand in starker Tradition der französischen Grand Opéra (Meyerbeer, Spontini). Wagner selbst distanzierte sich später vom Werk, das er für seinen späteren Stil als unreif empfand. Die berühmte Ouvertüre lebt im Konzertsaal weiter. Historisch belastet ist das Werk dadurch, dass Adolf Hitler die Oper als prägende Jugenderfahrung benannte; die Originalpartitur ging im Zweiten Weltkrieg verloren.
