Pygmalion
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Pygmalion

George Bernard Shaw
Theater · 1913

Über das Werk

George Bernard Shaws Komödie „Pygmalion" wurde 1913 in deutscher Übersetzung am Wiener Hofburgtheater uraufgeführt, bevor sie 1914 in London auf Englisch herauskam. Das Stück über das Blumenmädchen Eliza Doolittle und den Phonetikprofessor Henry Higgins verbindet scharfe Gesellschaftssatire mit einer Sprachkomödie über Klasse, Bildung und Selbstbestimmung. Der Titel spielt auf den antiken Mythos des Bildhauers an, der sich in sein eigenes Geschöpf verliebt.

Handlung

Der Phonetikprofessor Henry Higgins wettet mit seinem Kollegen Oberst Pickering, dass er das ungebildete Londoner Blumenmädchen Eliza Doolittle binnen weniger Monate durch Sprachunterricht zu einer Dame formen könne, die in der feinen Gesellschaft als Herzogin durchgeht. Eliza zieht in Higgins' Haus und wird einem rücksichtslosen Drill in Aussprache und Benehmen unterworfen. Bei einer ersten Bewährungsprobe und schließlich auf einem Empfang besteht sie glänzend — die Wette ist gewonnen. Doch der Triumph der Männer übersieht Eliza als Mensch: Sie ist nun für ihr altes Leben zu fein und für die feine Welt mittellos. Im Streit mit dem egozentrischen Higgins erkämpft sie sich ihre Würde und Unabhängigkeit. Shaw verweigerte bewusst das romantische Happy End zwischen Higgins und Eliza und fügte späteren Ausgaben ein Nachwort bei, das Elizas eigenständige Zukunft ausmalt.

Kulturelle Bedeutung

„Pygmalion" ist Shaws populärstes Stück und ein Klassiker des modernen Ideentheaters. Es prägte die Debatte über sozialen Aufstieg, Sprache als Klassenmarker und weibliche Emanzipation. Weltberühmt wurde der Stoff durch das Musical „My Fair Lady" (1956) von Lerner und Loewe sowie dessen Verfilmung (1964) — Bearbeitungen, deren versöhnlicheres Ende Shaws kritischer Absicht allerdings zuwiderläuft. Das Stück gehört bis heute zum internationalen Repertoire.

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