Pandora
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Pandora

Johann Wolfgang von Goethe
Theater · 1810

Über das Werk

Johann Wolfgang von Goethes Festspiel, das er als Fragment hinterließ, wurde 1810 begonnen und nie abgeschlossen — ein bewusstes Kunstwerk der Unvollendbarkeit. Das Werk in streng klassischen Versformen (Trimeter, anapästische Chöre) entstand auf dem Höhepunkt von Goethes griechenland-orientierter Spätklassik und behandelt den Mythos der Pandora in radikal umgedachter Form.

Handlung

Prometheus und sein Bruder Epimetheus leben in getrennten Welten — Prometheus als tätiger Feuerbringer und Werkmeister, Epimetheus als kontemplativer Trauernder. Pandora, von Epimetheus einst geliebt und durch göttlichen Ratschluss entfernt, existiert als Erinnerung im Hintergrund der Handlung. Ihre Tochter Elpore (Hoffnung) und Epimeleia (Sorge) verkörpern die Gegensätze von Hoffnung und Trauer. Das Fragment bricht ab, bevor Pandora selbst erscheint — ihre Rückkehr sollte die ausstehende Versöhnung bringen.

Kulturelle Bedeutung

Pandora ist Goethes rätselhaftestes Werk und wurde von Albert Bielschowsky und Karl Philipp Moritz als symbolische Selbstreflexion Goethes über produktive und kontemplative Existenz gedeutet. Das Fragment bleibt selten auf der Bühne, wurde aber von Wilhelm Hauff als frühes Musiktheater adaptiert. Gerhart Hauptmann und Hugo von Hofmannsthal sahen im Werk den Vorlauf zur literarischen Moderne. Vertonungen existieren von Hans Werner Henze und anderen.

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