Über das Werk
Johann Wolfgang von Goethes kurzes allegorisches Festspiel wurde am 30. Dezember 1800 zum Geburtstag der Herzogin Anna Amalia in Weimar uraufgeführt. Das Werk inszeniert in maskiertem Commedia-Stil eine symbolische Begegnung zwischen Vergangenheit und Zukunft, Tradition und Erneuerung — zugeschnitten auf die geistige Persönlichkeit der Jubilarin.
Handlung
Paläophron, der Greis der alten Weisheit, und Neoterpe, die Jungfrau der neuen Freude, treffen aufeinander in einer allegorischen Landschaft. Zunächst begegnen sie sich mit Misstrauen — der Alte fürchtet das Neue, die Junge verachtet das Alte. Durch die Vermittlung zweier Knappen und eines Mädchens, die jeweils die bessere Seite der anderen Generation verkörpern, erkennen beide, dass Weisheit und Freude sich nicht ausschließen. Das Stück endet mit einem gemeinsamen Tanz und einem Huldigungschor an die Herzogin.
Kulturelle Bedeutung
Paläophron und Neoterpe ist ein klassisches Beispiel der Weimarer Festspiel-Tradition und wurde in den letzten Jahrzehnten nur selten aufgeführt. Das Werk interessiert heute vor allem als Dokument der Weimarer Kultur-Gemeinschaft um 1800 und als Zeugnis von Goethes persönlicher Verbindung zu Anna Amalia. Die kurze Spieldauer und die klare allegorische Struktur machen es zu einem möglichen Vehikel für Studioaufführungen bei runden Jubiläen kultureller Institutionen.
