Orpheus in der Unterwelt
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Orpheus in der Unterwelt

Jacques Offenbach
Oper · 1858
operette

Über das Werk

Orpheus in der Unterwelt ist eine Operette (opéra-bouffon) von Jacques Offenbach, uraufgeführt 1858 in Paris. Sie gilt als eine der ersten abendfüllenden Operetten überhaupt und als Gründungswerk der Gattung. Das Libretto von Hector Crémieux und Ludovic Halévy parodiert respektlos den antiken Orpheus-Mythos und die bürgerliche Gesellschaft des Zweiten Kaiserreichs.

Handlung

Anders als im klassischen Mythos sind Orpheus und Eurydike ein zerstrittenes Ehepaar, das einander herzlich überdrüssig ist. Als Eurydike von Pluto in die Unterwelt entführt wird, ist Orpheus heilfroh – erst die personifizierte „Öffentliche Meinung" zwingt ihn, sie zurückzuholen. Auf dem Olymp langweilen sich derweil die Götter und rebellieren gegen Jupiters Regiment. In einer turbulenten Reise in die Unterwelt mündet alles in den berühmten „Höllen-Galopp", den Can-Can, während Eurydike am Ende lieber bei den Göttern bleibt.

Kulturelle Bedeutung

Orpheus in der Unterwelt begründete den Welterfolg der Offenbach'schen Operette und enthält mit dem „Galop infernal" die wohl berühmteste Can-Can-Melodie der Musikgeschichte. Die freche Mythen- und Gesellschaftsparodie, die Götter und Honoratioren der Lächerlichkeit preisgibt, traf den Nerv ihrer Zeit und löste teils Empörung aus. Das Werk gehört bis heute zum Kernrepertoire und steht sinnbildlich für den Geist der französischen Operette.

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