One of a Kind
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One of a Kind

Jiří Kylián
Ballett · 1998

Über das Werk

„One of a Kind" ist ein abendfüllendes Ballett des tschechischen Choreografen Jiří Kylián, das er 1998 für das Nederlands Dans Theater schuf. Anlass war der 150. Jahrestag der niederländischen Verfassung; das niederländische Innenministerium gab das Werk in Auftrag. Ausgangspunkt ist Artikel 1 der Verfassung – die Gleichheit aller Menschen. Kylián verhandelt das Spannungsverhältnis zwischen der Freiheit des Einzelnen und der des Kollektivs. Das Bühnenbild stammt vom japanischen Architekten Atsushi Kitagawara. Als eines der wenigen abendfüllenden Werke in Kyliáns Schaffen entfaltet das Stück die ganze Bandbreite seiner Bewegungssprache.

Handlung

Das handlungsfreie Werk umkreist die Frage, wie das Individuum innerhalb einer Gemeinschaft anderer Individuen bestehen kann. Es entfaltet das gesamte Spektrum von Kyliáns Choreografie: von wild und animalisch bis zärtlich und elegisch, von schnellerer als menschlich möglich erscheinender Bewegung bis zu tranceartiger Zeitlupe, von zerbrechlich-filigran bis spektakulär virtuos. Frauen und Männer tanzen als vollkommen Gleichgestellte, und doch ist jede ihrer Begegnungen von einer subtilen Erotik durchzogen. Statt einer Erzählung reihen sich Bilder und Bewegungszustände, die das Verhältnis von Einzelnem und Gruppe immer wieder neu beleuchten.

Kulturelle Bedeutung

Jiří Kylián prägte als langjähriger künstlerischer Leiter des Nederlands Dans Theater (1975–1999) den zeitgenössischen Tanz weltweit. „One of a Kind" gilt als eines seiner ambitioniertesten Werke – ein abendfüllender Versuch, ein politisch-philosophisches Thema (die Gleichheit und Freiheit des Individuums) in reine Bewegung zu übersetzen. Das Stück wird bis heute von internationalen Compagnien wiederaufgenommen, u. a. vom Stuttgarter Ballett, und zählt zum Kernrepertoire des Kylián-Erbes.

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