Nachtträume
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Nachtträume

Marcos Morau
Ballett · 2022

Über das Werk

Nachtträume ist ein abendfüllendes Tanzstück des spanischen Choreografen Marcos Morau, das er für das Ballett Zürich schuf; die Uraufführung fand am 30. September 2022 im Opernhaus Zürich statt. Die Musik stammt von Clara Aguilar, das Bühnenbild von Max Glaenzel. Ausgangspunkt ist Kurt Jooss' berühmtes Antikriegs-Ballett „Der grüne Tisch" (1932), dessen Motive Morau aufgreift und mit Zitaten der Tanzgeschichte verwebt. Das rund 90-minütige Werk galt als eines der Zürcher Ballettereignisse des Jahres 2022.

Handlung

Eine rätselhafte, dämonische Königin führt durch eine albtraumhafte Traumwelt und fordert immer wieder „Liebe mich!". In sich verschlingenden Ensemblebildern – ohne klassische Solisten, als kollektive Kraftanstrengung des gesamten Ensembles – entfaltet Morau ein Panoptikum heutiger Machtstrukturen: Ohnmacht und kopflose Gefolgschaft, Eitelkeit, Missgunst und Profitgier. In einer an Stummfilm und Kabarett erinnernden Schwarz-Weiß-Ästhetik liegen Zerstörung und Hoffnung, Bedrohung und Sinnlichkeit dicht beieinander.

Kulturelle Bedeutung

Nachtträume steht exemplarisch für Marcos Moraus unverwechselbaren Stil, der Tanz als bildgewaltiges Theater zwischen darstellender Kunst, Science-Fiction und filigraner Bewegungssprache begreift. Die Rückbindung an Kurt Jooss' „Der grüne Tisch" verknüpft ein historisches Schlüsselwerk des Tanztheaters mit einer schonungslosen Gegenwartsanalyse. Das Stück festigte Moraus Ruf als einer der gefragtesten zeitgenössischen Choreografen und wurde inzwischen auch von anderen Compagnien übernommen.

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