Über das Werk
Müller, Kohlenbrenner und Sesseltrager (vollständig „...oder Die Träume von Schale und Kern“) ist ein Zauberspiel in drei Aufzügen von Johann Nestroy, das nach einer 1833/34 stark von der Zensur eingegriffenen Entstehungszeit am 24. April 1834 als Benefizvorstellung für den Autor am Theater an der Wien uraufgeführt wurde; die Zensurbehörde strich rund 97 Textstellen.
Handlung
Der Müller, der Kohlenbrenner und der Sesselträger träumen von Reichtum, Liebesglück und künstlerischem Ruhm, weit über ihre Verhältnisse hinaus. Der Geisterfürst Rübezahl versetzt die drei in Schlaf und führt ihnen in drei Traumbildern vor, wie plötzlicher Reichtum in Argwohn umschlägt, die erträumte Liebesehe in Untreue und Schulden mündet und künstlerischer Erfolg in Armut und vergessenem Tod endet. Beim Erwachen erkennen sie, dass ihr Glück in ihrem tatsächlichen Leben liegt.
Kulturelle Bedeutung
Die Uraufführung fiel beim „gebildeten“ Publikum durch, das den schwachen Dialogwitz sowie den moralisch schwer verdaulichen Pessimismus des Stücks bemängelte, während die Galerie applaudierte. Die literaturwissenschaftliche Forschung liest das Werk heute als pointierte Kritik an menschlichem Streben und Wunschdenken.