Monster's Paradise
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Monster's Paradise

Olga Neuwirth
Oper · 2026

Über das Werk

„Monster's Paradise" ist eine als „Grand Guignol Opéra" angelegte politische Groteske der österreichischen Komponistin Olga Neuwirth auf ein Libretto der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, nach einer Idee Neuwirths. Die Uraufführung fand im Februar 2026 an der Hamburgischen Staatsoper statt, in der Regie von Tobias Kratzer und unter der musikalischen Leitung von Titus Engel. Es ist die erste gemeinsame Opernarbeit der beiden Künstlerinnen seit 23 Jahren – nach „Bählamms Fest" (1999) und dem nach David Lynchs Film geschaffenen „Lost Highway" (2003). Das Werk verbindet bissige Gegenwartssatire mit der Schauerästhetik des historischen Grand-Guignol-Theaters.

Handlung

Als Avatare ihrer selbst schicken Neuwirth und Jelinek zwei „Vampirinnen" auf eine Reise um die Welt, um den Niedergang der Menschheit zu beobachten. Während ökologische Krisen den Planeten zunehmend aus dem Gleichgewicht bringen, bedroht ein an Donald Trump angelehnter König-Präsident eine Welt, die immer weiter außer Kontrolle gerät. In einer Folge grotesk überzeichneter Stationen führt die Oper den Zerfall von Gesellschaft, Politik und Natur vor – ein Welttheater des Monströsen, in dem das eigentliche Monster der Zustand der Gegenwart selbst ist. Jelineks sprachmächtige, vieldeutige Textflächen treffen dabei auf Neuwirths vielschichtige, medienübergreifende Klangdramaturgie.

Kulturelle Bedeutung

Die Allianz von Olga Neuwirth – einer der international bedeutendsten Komponistinnen der Gegenwart – und der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek zählt zu den prominentesten Autorinnen-Partnerschaften des neuen Musiktheaters; ihre Wiederbegegnung nach über zwei Jahrzehnten machte die Uraufführung zu einem vielbeachteten Ereignis der Saison 2025/26. Das Werk steht exemplarisch für Neuwirths politisch engagiertes, gesellschaftskritisches Musiktheater, das aktuelle Krisen – Klima, Autoritarismus, Medienkultur – in radikaler ästhetischer Form verhandelt. Mit dem Rückgriff auf das Grand Guignol, das grotesk-blutige Schauertheater des frühen 20. Jahrhunderts, aktualisiert die Oper eine populäre Theatertradition für die Gegenwart und wurde von der Fachkritik intensiv diskutiert.

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