Mistero Buffo
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Mistero Buffo

Dario Fo
Theater · 1969

Über das Werk

Dario Fos „Mistero Buffo" wurde 1969 in Italien erstmals aufgeführt und ist ein Solostück in der Tradition der mittelalterlichen Gaukler (Giullari). Fo erzählt biblische und apokryphe Episoden aus der Perspektive des einfachen Volkes neu und entlarvt dabei die Macht von Kirche und Obrigkeit. Er spielte alle Figuren allein, in einem erfundenen, lautmalerischen Kunstdialekt, dem „Grammelot".

Handlung

„Mistero Buffo" ist kein durchgehendes Handlungsstück, sondern eine Folge von Szenen — „giullarate" —, die Fo solo, ohne Kostüm und Bühnenbild, allein mit Körper, Stimme und Grammelot gestaltet. In wechselnden Episoden schlüpft er in Dutzende Rollen: ein hungriger Tölpel bei der Hochzeit zu Kana; der Blinde und der Lahme, die der Heilung durch Christus aus dem Weg gehen wollen, weil sie um ihr Bettlergeschäft fürchten; die Auferweckung des Lazarus als Jahrmarktssensation; Bonifatius VIII. als hoffärtiger Kirchenfürst. Zwischen den Szenen tritt Fo aus der Rolle, kommentiert, erklärt die volkstümlichen Quellen und stellt die Verbindung zur Gegenwart her. Das „Mysterienspiel" der Mächtigen wird so zum komischen, subversiven Gegenentwurf aus der Sicht der Unterdrückten.

Kulturelle Bedeutung

„Mistero Buffo" gilt als Fos berühmtestes Werk und als moderne Wiederbelebung des mittelalterlichen Volkstheaters. Es verbindet politische Satire, Religionskritik und virtuose Schauspielkunst zu einem Ein-Personen-Kraftakt, der weltweit gespielt und in viele Sprachen übertragen wurde. 1997 erhielt Fo den Literaturnobelpreis, auch in Würdigung dieser Tradition des „giullare".

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