Über das Werk
„Merlin oder Das wüste Land“ ist ein Theaterstück von Tankred Dorst, entstanden zwischen 1978 und 1980 unter Mitarbeit von Ursula Ehler. Das Riesenwerk nach den Sagen um König Artus besteht aus fünf Teilen mit 97 kurzen Szenen und mischt Dialog, Lieder, Briefe und Prosa sowie Passagen auf Latein, Italienisch und Französisch. Die Uraufführung fand am 24. Oktober 1981 am Düsseldorfer Schauspielhaus statt, in der Regie von Jaroslav Chundela.
Handlung
Merlin, der Sohn des Teufels, bringt den jungen Artus dazu, ein Reich der Gerechtigkeit zu errichten, dessen Sinnbild die Tafelrunde ist. Doch das Ideal zerfällt: Königin Ginevra liebt Lancelot, Mordred sinnt auf Rache, und im Kampf zwischen Vater und Sohn werden Mordred getötet und Artus tödlich verwundet, der nach Avalon gebracht wird. Merlin selbst endet gefangen im Bann der Fee Viviane, während Anachronismen wie Mark Twain an der Tafelrunde die Sage immer wieder in die Gegenwart holen.
Kulturelle Bedeutung
Dorst beschrieb das Stück als Drama über das Scheitern von Utopien; die Kritik las es auch als Spiegel des Generationenkonflikts der Bundesrepublik in den 1970er Jahren. Es zählt zu seinen meistgespielten Werken auf deutschsprachigen Bühnen, mit Inszenierungen etwa an den Münchner Kammerspielen (1982), am Thalia Theater Hamburg (2011) und am Deutschen Nationaltheater Weimar (2012).
