Mayerling
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Mayerling

Sir Kenneth MacMillan
Ballett · 1978

Über das Werk

Kenneth MacMillans Handlungsballett „Mayerling" wurde 1978 vom Royal Ballet London uraufgeführt — Musik aus Werken Franz Liszts, arrangiert von John Lanchbery. Es ist eines der dunkelsten und psychologisch komplexesten narrativen Ballette des 20. Jahrhunderts. Vorlage ist die historisch belegte Tragödie um Kronprinz Rudolf von Österreich-Ungarn und seine 17-jährige Geliebte Mary Vetsera, die 1889 im Jagdschloss Mayerling tot aufgefunden wurden.

Handlung

Wien 1880er Jahre. Kronprinz Rudolf, Sohn Kaiser Franz Josephs, ist mit der jungen belgischen Prinzessin Stephanie verheiratet — ohne Liebe. Auf der Hochzeit terrorisiert er seine schockierte Frau in der berühmten brutalen Pas-de-deux-Szene mit Schädel und Pistole. Rudolf ist morphiumsüchtig, syphilitisch, politisch erfolglos, depressiv. In der Wiener Kaffeehaus-Szene trifft er sich mit ungarischen Separatisten. Seine alte Geliebte Mizzi Caspar, seine erste Liebe Marie Larisch, und schließlich die junge Mary Vetsera durchziehen eine Galerie weiblicher Verstrickungen. Mary, von Marie Larisch eingeführt, fordert Rudolf zum Selbstmord-Pakt heraus — sie verspricht ihm, mit ihm zu sterben. In Mayerling, dem Jagdschloss, vollziehen sie das Versprechen: Rudolf erschießt erst Mary, dann sich selbst. Die offizielle Version verschleierte beide Tode jahrelang.

Kulturelle Bedeutung

Mayerling ist MacMillans dramatischstes Ballett, ein Highlight des britischen narrativen Tanzes und eines der härtesten Stücke des Repertoires. Die Rolle des Rudolf gilt als eine der schwersten Männer-Rollen — über zwei Stunden Tanz mit fünf intimen Pas de deux mit fünf verschiedenen Frauen, jede mit eigenem psychologischem Profil. Berühmte Rudolf-Interpreten waren David Wall (Uraufführung), Irek Mukhamedov, Edward Watson, Steven McRae. Die Verfilmung 1994 mit Wall machte das Werk international zugänglich.

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