Über das Werk
Barockoper („Musicalisches Schau-Spiel“) in drei Akten von Reinhard Keiser nach einem Libretto von Barthold Feind, uraufgeführt 1706 an der Oper am Gänsemarkt in Hamburg. Feind stützte sich für den historischen Hintergrund auf Johann Georg Schleders Chronik von 1663 über den neapolitanischen Aufstand von 1647.
Handlung
Der Fischer Tommaso Aniello, genannt Masaniello, führt 1647 die neapolitanische Bevölkerung gegen die spanische Herrschaft an und verbündet sich mit dem Banditenführer Perrone. Parallel zum politischen Aufstand verwickeln sich die Adligen Antonio, Mariane, Don Pedro und Aloysia in Liebesintrigen. Der Erfolg lässt Masaniello dem Wahn verfallen, bis Perrone den berauschten Anführer schließlich selbst erschießt.
Kulturelle Bedeutung
Die Titelfigur gilt als eine der ungewöhnlichsten Charakterstudien der Barockoper, weil sie einen Volkshelden bis in Wahnsinn und Ermordung verfolgt statt ihn zu verklären. Den gleichen Stoff um den neapolitanischen Fischeraufstand griff später unter anderem Daniel Auber in „La Muette de Portici“ (1828) auf, was die anhaltende Faszination für dieses historische Ereignis zeigt.