Über das Werk
„Marie-Antoinette“ ist ein einaktiges Handlungsballett des französischen Choreografen Thierry Malandain für sein Ensemble, das Malandain Ballet Biarritz. Der Château de Versailles gab das Stück in Auftrag; uraufgeführt wurde es 2019 in der Opéra Royal von Versailles, also in dem Saal, der 1770 zur Hochzeit der jungen Erzherzogin mit dem späteren Ludwig XVI. eröffnet worden war. Getanzt wird zu Musik von Joseph Haydn und Christoph Willibald Gluck, Bühne und Kostüme schuf Jorge Gallardo.
Handlung
Das Ballett folgt Marie Antoinette durch ihre Jahre in Versailles, von der Ankunft am Hof und der Hochzeit bis zum erzwungenen Abschied im Oktober 1789. In Bildern erscheinen die lange unvollzogene Ehe, die Feste des Hofes, das idyllische Dorf im Park von Trianon und die wachsende Entfremdung zwischen Königin und Volk. Als Spiel im Spiel wird Lullys Oper „Persée“ eingeflochten, mit der die Opéra Royal einst eingeweiht wurde.
Kulturelle Bedeutung
Malandain zeichnet die Königin nicht als Karikatur, sondern als junge Frau, die in ein Amt hineinwächst und ihm fremd bleibt. Das Werk tourte international, unter anderem 2024 nach Bangkok, und wurde im Dezember 2025 vom Wiener Staatsballett an der Volksoper Wien ins Repertoire übernommen.
