Maria Stuart
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Maria Stuart

Friedrich Schiller
Theater · 1800
KlassikHistorisches Drama

Über das Werk

Friedrich Schillers Trauerspiel „Maria Stuart" entstand 1799-1800 und wurde 1800 in Weimar unter Goethes Regie uraufgeführt. Schiller komprimiert die historischen Ereignisse — die letzten drei Tage der schottischen Königin Maria Stuart vor ihrer Hinrichtung 1587 — und konstruiert in der berühmten fiktiven Begegnung der zwei Königinnen den dramatischen Höhepunkt.

Handlung

England 1587. Maria Stuart, einst Königin von Schottland, sitzt seit Jahren in englischer Gefangenschaft. Königin Elisabeth I., ihre Cousine, fürchtet sie als legitime katholische Thron-Anwärterin. Maria, im Schloss Fotheringhay gefangen, wird durch Mortimer, einen jungen Verehrer, in einen Befreiungs-Plan verwickelt. Lord Leicester, einst Marias Liebhaber und nun Elisabeths Favorit, spielt Doppelspiel. Im berühmten dritten Akt — Schillers Erfindung — treffen die beiden Königinnen im Park von Fotheringhay aufeinander. Maria, anfangs demütig, bricht in Stolz aus und beleidigt Elisabeth („Ein Bastard ist dein königliches Blut!"). Elisabeth verlässt erbost den Park, das Todesurteil wird unausweichlich. Mortimers Befreiungsversuch scheitert; er ersticht sich. Elisabeth unterzeichnet zögernd das Todesurteil, schiebt aber die Verantwortung dem Sekretär Davison zu. Maria empfängt vor der Hinrichtung das Abendmahl von ihrem Beichtvater Melvil; in ruhiger Würde geht sie in den Tod. Elisabeth, allein zurückgelassen, gibt vor, Davison habe das Urteil eigenmächtig vollstrecken lassen, und entlässt ihre Berater.

Kulturelle Bedeutung

Maria Stuart ist Schillers reifstes Trauerspiel und einer der dichtesten Texte der deutschen Klassik. Die fiktive Konfrontations-Szene gilt als Höhepunkt des deutschen Ideendramas — Schiller stellt zwei politische und psychologische Antitypen einander gegenüber. Donizettis Oper „Maria Stuarda" (1835) und zahllose Filme (Phyllida Lloyds „Mary Queen of Scots" 2018 mit Saoirse Ronan und Margot Robbie) haben den Stoff weiter popularisiert. Auf deutschen Bühnen ständig gespielt; Inszenierungen von Peter Stein bis Karin Beier.

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