Manon
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Manon

Jules Massenet
Oper · 1884

Über das Werk

Jules Massenets Oper „Manon" wurde 1884 in Paris uraufgeführt und zählt zu den Hauptwerken der französischen Oper des späten 19. Jahrhunderts. Das Libretto Henri Meilhacs und Philippe Gilles basiert auf dem Roman „Histoire du chevalier des Grieux et de Manon Lescaut" (1731) des Abbé Prévost.

Handlung

Frankreich um 1720. Die 16-jährige Manon Lescaut wird von ihrer Familie ins Kloster geschickt — ihre Schönheit gilt als gefährlich. Auf der Reise nach Amiens trifft sie den jungen Chevalier des Grieux; sie verlieben sich auf den ersten Blick und fliehen zusammen nach Paris. Dort leben sie in einfachen Verhältnissen, doch Manon, von der Aussicht auf Reichtum versucht, lässt sich vom alten Reichen Brétigny vom Geliebten weglocken. Des Grieux beschließt, in den geistlichen Stand einzutreten — bei Saint-Sulpice, in der berühmten Kirchen-Szene, kommt Manon zu ihm zurück und überredet ihn zur Flucht. Im Spielsaal des Hôtel de Transylvanie spielt Des Grieux um Geld; Manons Bruder Lescaut beschuldigt ihn des Falschspiels. Beide werden verhaftet — Des Grieux wird durch seinen einflussreichen Vater freigelassen, Manon zur Deportation in die Kolonien verurteilt. Auf dem Weg zum Hafen von Le Havre stirbt sie erschöpft in den Armen Des Grieux'.

Kulturelle Bedeutung

Manon ist Massenets meistgespielte Oper und Höhepunkt der französischen Lyrik-Oper. „Adieu, notre petite table", das Gavotte-Scharade und die Saint-Sulpice-Szene gehören zu den Repertoire-Klassikern. Die Rolle der Manon ist eines der vielseitigsten Lyrik-Soprano-Profile — von Beverly Sills, Anna Moffo, Renée Fleming, Anna Netrebko geprägt. Puccinis „Manon Lescaut" (1893) verarbeitet denselben Stoff aus italienisch-veristischer Sicht; beide Opern existieren komplementär im Repertoire.

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