Über das Werk
Mann ist Mann ist ein Theaterstück von Bertolt Brecht, uraufgeführt 1926 in Darmstadt. Es ist eines seiner frühen Werke, in dem er bereits zentrale Ideen des epischen Theaters und der „Verwandelbarkeit" des Menschen entwickelt.
Handlung
Im kolonialen Indien verliert der harmlose Packer Galy Gay auf dem Weg, seiner Frau einen Fisch zu kaufen, seine Identität. Drei Soldaten einer britischen Maschinengewehr-Einheit haben ihren vierten Mann verloren und brauchen Ersatz. Mit Tricks, Versprechungen und Drohungen „montieren" sie den gutmütigen Galy Gay Stück für Stück zu einem anderen Menschen um – bis er sich schließlich selbst für den verschollenen Soldaten Jeraiah Jip hält und zur kampfeslustigen „menschlichen Kampfmaschine" wird.
Kulturelle Bedeutung
Mann ist Mann ist Brechts radikale Demonstration der These, dass der Mensch kein festes Wesen, sondern beliebig formbar und „ummontierbar" sei – eine zugleich komische und beunruhigende Parabel über Identität, Masse und militärische Gleichschaltung. Das Stück nimmt Brechts spätere Theatertheorie vorweg und gilt als wichtiges Bindeglied zwischen seinem frühen, anarchischen und seinem reifen, didaktischen Werk.
