Über das Werk
Macbeth ist eine Tragödie in fünf Akten von William Shakespeare, entstanden vermutlich um 1606, und ist sein kürzestes und am dichtesten gebautes großes Drama. Es beruht auf Episoden aus Holinsheds Chronicles und entstand der Überlieferung nach zu Ehren von König Jakob I. Das Stück gestaltet die zerstörerische Macht des Ehrgeizes mit beispielloser psychologischer Intensität. Ein hartnäckiger Theateraberglaube hält das Werk für verflucht – Schauspieler nennen es traditionell nur „das schottische Stück".
Handlung
Der schottische Feldherr Macbeth begegnet auf dem Heimweg aus der Schlacht drei Hexen, die ihm prophezeien, er werde König. Von seiner ehrgeizigen Frau Lady Macbeth angestachelt, ermordet er den schlafenden König Duncan und besteigt den Thron. Von Schuld und Verfolgungswahn zerfressen, lässt Macbeth seinen einstigen Gefährten Banquo und die Familie Macduffs ermorden. Lady Macbeth verfällt dem Wahnsinn, wandelt schlafend und versucht, eingebildetes Blut von ihren Händen zu waschen, ehe sie stirbt. Das englische Heer unter Malcolm und Macduff rückt gegen die Burg vor. Macbeth, der noch immer den rätselhaften Unbesiegbarkeits-Versprechen der Hexen vertraut, wird von Macduff im Zweikampf getötet.
Kulturelle Bedeutung
Macbeth gehört zu Shakespeares meistgespielten Tragödien und hat ein einzigartig reiches Nachleben in Oper und Film hervorgebracht. Giuseppe Verdis Oper von 1847 war seine erste Auseinandersetzung mit Shakespeare; Roman Polanskis Film von 1971, Akira Kurosawas „Das Schloß im Spinnwebwald" und Joel Coens Verfilmung von 2021 sind Meilensteine der Filmgeschichte. Die Schlafwandelszene und der Monolog „Morgen, und morgen, und morgen" zählen zu den Eckpfeilern des Schauspielrepertoires.
