Über das Werk
Lonely Hearts ist eine Stückentwicklung von Regisseurin Anja M. Wohlfahrt und DT Jung*. Die Premiere fand am 6. März 2026 am Deutschen Theater Berlin statt. Die Produktion ist ausdrücklich partizipativ angelegt und entstand mit sechs Berliner Personen unterschiedlichen Alters, die aufgrund beruflicher oder persönlicher Erfahrungen als Einsamkeits-Spezialist*innen einbezogen wurden. Sie ist eine kollektive Stückentwicklung ohne klassische Einzelautorschaft.
Handlung
Ausgangspunkt ist die Frage, wie Einsamkeit in einer hochvernetzten Gesellschaft entsteht und erlebt wird. Der Abend untersucht unterschiedliche Lebensphasen und soziale Voraussetzungen, fragt nach Zusammenhängen zwischen Einsamkeit, Geld und Teilhabemöglichkeiten und beschäftigt sich mit heutigen Kommunikationsgewohnheiten. Reale Erfahrungen der Beteiligten treten an die Stelle einer fiktionalen geschlossenen Handlung. Die Bühne wird zum Ort einer gemeinsamen Suche nach Ursachen, Erscheinungsformen und möglichen Auswegen aus Einsamkeit.
Kulturelle Bedeutung
Lonely Hearts steht exemplarisch für partizipatives Gegenwartstheater, das gesellschaftliche Erfahrung nicht nur repräsentiert, sondern Menschen mit unmittelbarer Erfahrung des behandelten Problems am Entstehungsprozess beteiligt. Kritiken hoben die Verbindung von Humor, emotionaler Offenheit und gesellschaftspolitischer Fragestellung hervor. Die Produktion macht ein häufig individualisiertes oder tabuisiertes Problem als soziale Frage sichtbar.
