Über das Werk
Arthur Schnitzlers Schauspiel in drei Akten wurde 1895 am Wiener Burgtheater uraufgeführt und ist eines der bekanntesten Werke der Wiener Moderne. Das Stück seziert die Doppelmoral der Wiener Gesellschaft um 1900 und den Unterschied zwischen standesgemäßer Liebelei und echtem Gefühl — ein Motiv, das Schnitzlers Gesamtwerk durchzieht.
Handlung
Der junge Offizier Fritz Lobheimer unterhält eine Beziehung mit einer verheirateten Dame der besseren Gesellschaft. Nebenbei lässt er sich auf das „süße Mädel" Christine ein, die Tochter eines Violinisten aus der Wiener Vorstadt. Während Christine ihre erste große Liebe lebt, bleibt Fritz die Affäre eine flüchtige Liebelei. Als der betrogene Ehemann Fritz zum Duell fordert und tötet, erfährt Christine erst davon, als alles vorbei ist. Sie stürzt aus dem Haus — ihr Schicksal bleibt offen.
Kulturelle Bedeutung
Liebelei ist ein Schlüsselwerk des Fin de Siècle und Vorläufer der späteren Moderne-Dramen Schnitzlers. Die Figur der Christine wurde zum Symbol der gesellschaftlich Ausgelieferten, deren Gefühle nicht zählen, wenn sie nicht standesgemäß sind. Das Stück wurde vielfach verfilmt, zuletzt von Max Ophüls 1933, und gehört zum Repertoire deutschsprachiger Bühnen. Die letzte Szene mit Christines Verzweiflung gilt als eine der intensivsten Abgangsmomente des Wiener Theaters.
