Über das Werk
Bedřich Smetanas Festoper „Libuše" wurde 1881 zur Eröffnung des Nationaltheaters in Prag uraufgeführt, obwohl sie bereits 1872 vollendet worden war. Das Werk ist weniger ein dramatisches Bühnenstück als ein feierliches nationales Tableau über die mythische Stammmutter der Tschechen. Smetana bestimmte es ausdrücklich für besondere nationale Anlässe.
Handlung
Im sagenhaften Böhmen herrscht die weise Fürstin Libuše, Seherin und Stammmutter des Geschlechts der Přemysliden. Zu Beginn schlichtet sie einen erbitterten Erbstreit zwischen den Brüdern Chrudoš und Šťáhlav. Ihr Urteil wird jedoch von Chrudoš angefochten, der sich der Herrschaft einer Frau nicht beugen will. Um den Zwist zu beenden und ihrem Volk einen Fürsten an die Seite zu stellen, wählt Libuše den einfachen, weisen Bauern Přemysl zum Gemahl und Herrscher. Nach Versöhnung und Hochzeit erhebt sich Libuše zu einer großen prophetischen Schau: In feierlichen Bildern weissagt sie den künftigen Ruhm und die Prüfungen des tschechischen Volkes und die Größe der Stadt Prag.
Kulturelle Bedeutung
„Libuše" nimmt im tschechischen Musikleben eine Sonderstellung ein: Die Oper wird traditionell zu den wichtigsten nationalen Feiertagen und Staatsakten gespielt, etwa zur Eröffnung des Nationaltheaters und bei Amtseinführungen der Präsidenten. Smetanas monumentale Festoper gilt als musikalisches Symbol tschechischer nationaler Identität.
