Über das Werk
Leyli va Madschnun ist eine Oper des aserbaidschanischen Komponisten Üzeyir Hacıbəyov, die er 1907 komponierte; das Libretto schrieb er zusammen mit seinem Bruder Ceyhun nach Fuzûlîs klassischer Versdichtung über die Liebenden Leyli und Madschnun. Die Uraufführung fand am 25. Januar 1908 im Theater des Mäzens Hacı Zeynalabdin Tağıyev in Baku statt, mit dem Komponisten selbst als Geiger im Orchester. Sämtliche Partien, auch die weiblichen, sangen zunächst Männer, da Frauen die Bühne damals nicht betreten durften.
Handlung
Der junge Dichter Qeys verliebt sich in Leyli und widmet ihr so leidenschaftliche Verse, dass er den Beinamen Madschnun, „der Wahnsinnige", erhält. Weil ihre Familien die Verbindung verweigern, wird Leyli mit dem wohlhabenden Ibn Salam verheiratet, während Madschnun sich in die Wüste zurückzieht und unter Tieren lebt. Als Phantom erscheint er bei Leylis Hochzeit; am Ende stirbt sie aus Kummer, er an ihrem Grab.
Kulturelle Bedeutung
Das Werk gilt als erste Oper der islamischen Welt und verband erstmals europäische Operndramaturgie mit aserbaidschanischem Mugam-Gesang. Seit der Uraufführung wurde es am Aserbaidschanischen Staatlichen Opern- und Balletttheater über 2.000 Mal gespielt und auch in Russland, im Iran, in der Türkei und in Zentralasien aufgeführt; 2008 würdigte die UNESCO sein hundertjähriges Bestehen.
