Über das Werk
Les Fâcheux ist eine dreiaktige Verskomödie mit Balletteinlagen (comédie-ballet) von Molière, verfasst im Auftrag des Finanzministers Nicolas Fouquet für ein Fest zu Ehren Ludwigs XIV. auf Schloss Vaux-le-Vicomte und dort am 17. August 1661 uraufgeführt; die öffentliche Pariser Erstaufführung folgte am 4. November 1661 im Théâtre du Palais-Royal. Musik und Choreografie der Balletteinlagen stammen überwiegend von Pierre Beauchamp, eine Air („la Courante“) komponierte Jean-Baptiste Lully.
Handlung
Der junge Éraste liebt Orphise, doch ihr Vormund Damis verhindert ein Treffen der beiden. Auf einer abendlichen Gesellschaft werden die Liebenden immer wieder von neun aufdringlichen, lästigen Gästen – den titelgebenden „Fâcheux“ – in belanglose Gespräche verstrickt und an einem Wiedersehen gehindert. Erst nachdem Éraste Damis in einem Streit das Leben rettet, gibt dieser seinen Widerstand gegen die Heirat auf.
Kulturelle Bedeutung
Nach eigener Aussage schrieb, probte und spielte Molière das Stück binnen fünfzehn Tagen. Les Fâcheux gilt als erste Comédie-ballet der Theatergeschichte und begründete damit eine Gattung, aus der später auch Lullys Tragédie en musique hervorging; einen Monat nach dem prunkvollen Fest in Vaux-le-Vicomte wurde Fouquet auf Befehl Ludwigs XIV. verhaftet.
