Leonora
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Leonora

Ferdinando Paër
Ballett · 1804

Über das Werk

„Leonora, ossia L'amore coniugale" ist eine Oper von Ferdinando Paër, die 1804 in Dresden uraufgeführt wurde. Sie beruht auf demselben Libretto von Jean-Nicolas Bouilly über die treue, ihren Gatten rettende Ehefrau, das ein Jahr später auch Ludwig van Beethoven seinem „Fidelio" zugrunde legte. Paërs Werk ist damit ein faszinierendes Schwesterwerk der berühmtesten Rettungsoper der Musikgeschichte. (Hinweis: in der Datenbank ist das Werk als Ballett geführt — tatsächlich handelt es sich um eine Oper.)

Handlung

Der Edelmann Florestano wird von seinem Widersacher, dem Kerkermeister Don Pizzaro, aus persönlichem Hass widerrechtlich gefangen gehalten und im Verborgenen dem Hungertod überlassen. Seine Frau Leonora gibt sich nicht geschlagen: Als junger Mann namens „Fedele" verkleidet, tritt sie in die Dienste des Gefängniswärters Rocco, um in den Kerker vorzudringen und ihren Gatten zu befreien. Schritt für Schritt gewinnt sie Roccos Vertrauen und nähert sich dem geheimen Verlies. Im entscheidenden Moment, als Pizzaro den Gefangenen beseitigen will, wirft sich Leonora schützend dazwischen und gibt sich als treue Ehefrau zu erkennen. Mit dem Eintreffen der rettenden Obrigkeit wird der Tyrann gestürzt, und die eheliche Liebe triumphiert über Unrecht und Gewalt.

Kulturelle Bedeutung

Paërs „Leonora" entstand auf dem Höhepunkt der Mode der Rettungsoper in napoleonischer Zeit und steht im Schatten von Beethovens „Fidelio", der denselben Stoff nur ein Jahr später vertonte. Gerade dieser Umstand macht das Werk musikhistorisch reizvoll: Es zeigt, wie verschiedene Komponisten dieselbe Geschichte von Treue und Befreiung gestalteten. In jüngerer Zeit wird Paërs Oper bei Festivals und in Wiederentdeckungsproduktionen wieder aufgeführt.

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