Le Cid
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Le Cid

Pierre Corneille
Theater · 1637

Über das Werk

Pierre Corneilles Tragikomödie „Le Cid" wurde Anfang 1637 in Paris uraufgeführt und löste einen der berühmtesten Literaturstreite der französischen Geschichte aus, die „Querelle du Cid". Das Versdrama über den Konflikt zwischen Liebe und Ehre nach dem Stoff des spanischen Nationalhelden Rodrigo Díaz de Vivar gilt als Schlüsselwerk auf dem Weg zur französischen Klassik.

Handlung

Im Kastilien des 11. Jahrhunderts lieben sich Rodrigue und Chimène und stehen kurz vor der Verlobung. Da gerät Chimènes Vater, der Graf Gormas, mit Rodrigues betagtem Vater Don Diègue in Streit und ohrfeigt ihn. Der greise Diègue, zu schwach zur Rache, fordert seinen Sohn auf, die Familienehre wiederherzustellen. Rodrigue steht vor der Zerreißprobe: Tötet er den Vater der Geliebten, verliert er Chimène; lässt er die Schmach ungesühnt, verliert er seine Ehre. Er fordert Gormas zum Duell und tötet ihn. Nun verlangt Chimène, zwischen Liebe und Tochterpflicht zerrissen, vom König den Tod Rodrigues — obwohl sie ihn weiter liebt. Während des Konflikts fallen die Mauren in die Stadt ein; Rodrigue schlägt sie in der Schlacht zurück und erwirbt sich den Ehrennamen „Cid". Der König lenkt das Geschehen und stellt einen Aufschub in Aussicht, an dessen Ende die Vereinigung der Liebenden möglich erscheint.

Kulturelle Bedeutung

„Le Cid" war ein beispielloser Theatererfolg und zugleich Stein des Anstoßes: Die neu gegründete Académie française rügte das Stück wegen angeblicher Verstöße gegen die drei Einheiten und die Wahrscheinlichkeit. Die Debatte prägte die Regelpoetik der französischen Klassik nachhaltig. Corneille schuf mit dem inneren Zwiespalt seiner Helden zwischen Leidenschaft und Pflicht ein Grundmuster des klassischen Dramas. Das Stück gehört bis heute zum Kernrepertoire der Comédie-Française und zur französischen Schullektüre.

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