Über das Werk
Neil Simons Komödie Last of the Red Hot Lovers wurde 1969 am Eugene ONeill Theatre am Broadway uraufgeführt und zählt zu den beliebtesten Komödien des amerikanischen Boulevardtheaters. Das Stück wurde 1972 mit Alan Arkin und Paula Prentiss verfilmt und in Deutschland unter dem Titel Der letzte der feurigen Liebhaber zum Standardrepertoire der Komödien- und Boulevardbühnen. Bis heute wird es regelmäßig an Häusern wie der Komödie am Kai Wien, dem Theater Schloss Maßbach oder dem Kleinen Theater Essen gespielt.
Handlung
Barney Cashman, 47 Jahre alt, Besitzer eines New Yorker Fischrestaurants, seit 23 Jahren treu mit seiner Highschool-Liebe Helma verheiratet, wird von Torschlusspanik erfasst. Mit mittleren Ambitionen und starkem Fischgeruch träumt er vom großen Seitensprung. Die Wohnung seiner Mutter soll als diskretes Liebesnest dienen — einmal wöchentlich frei, solange Mama ehrenamtlich im Krankenhaus arbeitet. In drei Akten scheitert Barney kläglich an drei Damen: Elaine Navazio, einer forschen Stammkundin seines Restaurants, Bobbi Michele, einer durchgedrehten Schauspielerin aus Kalifornien mit verschreibungspflichtigen Joints im Gepäck, und Jeanette Fischer, der melancholischen besten Freundin seiner Frau, die ihm vorrechnet, wie wenig vom Leben lebenswert sei. Jeder Versuch endet im Fiasko.
Kulturelle Bedeutung
Der letzte der feurigen Liebhaber ist Neil Simons Meisterstück der bürgerlichen Midlife-Crisis-Komödie und seit Jahrzehnten ein verlässlicher Publikumsrenner an deutschsprachigen Boulevardbühnen. Die dreiaktige Struktur mit jeweils einem Solo-Schauspielerin-Auftritt macht das Stück zum Fest für Ensemble-Chemie und Komödien-Handwerk. Simon zeigt mit Wärme und scharfer Beobachtung, dass die große sexuelle Befreiung der späten 1960er auch ihre tragikomischen Verlierer hatte. Die deutschsprachigen Produktionen profitieren von der zeitlosen Alltagsbeobachtung: Die Angst vor dem Alter, die Unfähigkeit zum Verrat, die Komik des eigenen Unvermögens.
