Über das Werk
„Lass uns die Welt vergessen. Volksoper 1938“ ist ein Stück mit Musik des niederländischen Regisseurs und Autors Theu Boermans, der Text und Libretto schrieb, und der Komponistin und Dirigentin Keren Kagarlitsky. Grundlage ist das Buch „Ihre Dienste werden nicht mehr benötigt“ (2018) der Historikerin Marie-Theres Arnbom über die Vertreibung jüdischer Künstlerinnen und Künstler der Volksoper. Die Uraufführung fand am 14. Dezember 2023 zum 125-jährigen Bestehen der Volksoper Wien statt, in der Regie von Boermans.
Handlung
Anfang 1938 probt das Ensemble der Volksoper die Operette „Gruß und Kuß aus der Wachau“ von Jara Beneš, die letzte Premiere des Hauses vor dem Anschluss Österreichs. Während der Proben wächst der Druck auf die jüdischen Mitglieder des Hauses; nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten werden sie entlassen und vertrieben. Am Ende sitzt der Librettist Hugo Wiener im Exil in Bogotá am Klavier.
Kulturelle Bedeutung
Weil die Originalpartitur der Beneš-Operette verloren ist, orchestrierte Kagarlitsky den erhaltenen Klavierauszug neu und ergänzte Musik von Gustav Mahler, Arnold Schönberg und Viktor Ullmann. Die Kritik, etwa Kleine Zeitung, Falter und FAZ, nahm das Stück sehr positiv auf und las es auch als Warnung vor Rechtspopulismus; 2024 war die Produktion für einen Spezialpreis des Nestroy-Theaterpreises nominiert.
