Über das Werk
Kaija Saariahos „L'Amour de loin" („Liebe aus der Ferne") wurde 2000 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt, auf ein Libretto von Amin Maalouf. Die Oper erzählt nach einer mittelalterlichen Legende von der unerfüllten Liebe des Troubadours Jaufré Rudel. Saariahos schwebende, farbreiche Klangsprache machte das Werk zu einer der erfolgreichsten Opern der Gegenwart.
Handlung
Der aquitanische Prinz und Troubadour Jaufré Rudel ist des höfischen Lebens überdrüssig und besingt eine ferne, ideale Geliebte, die er nie gesehen hat. Ein Pilger, der über das Meer gereist ist, berichtet ihm, dass diese Frau wirklich existiere: Clémence, die Gräfin von Tripoli. Zwischen den beiden, durch das Mittelmeer getrennt, vermittelt fortan allein der Pilger, der Botschaften und Lieder hin- und herträgt. Auch Clémence beginnt, den fernen Verehrer zu lieben. Schließlich bricht Jaufré auf, um die Geliebte zu suchen — doch auf der Überfahrt wird er schwer krank. Sterbend erreicht er Tripoli und stirbt in den Armen der Clémence, die er zum ersten und letzten Mal sieht. In ihrer Trauer zieht sie sich in ein Kloster zurück.
Kulturelle Bedeutung
„L'Amour de loin" ist eine der meistgespielten Opern des 21. Jahrhunderts und ein Schlüsselwerk der zeitgenössischen Musik. Saariahos Verbindung von feinster Klangfarbendramaturgie, elektronischen Einflüssen und einem zeitlosen Stoff über Sehnsucht und Distanz wurde vielfach ausgezeichnet. 2016 war es das erste Werk einer Komponistin, das seit über hundert Jahren an der Metropolitan Opera gespielt wurde.