Über das Werk
„Lamento“ ist ein Roman der dänischen Autorin und Künstlerin Madame Nielsen (geboren 1963 in Aarhus als Claus Beck-Nielsen), der 2020 im dänischen Verlag Grif erschien. Die deutsche Übersetzung von Hannes Langendörfer kam 2022 bei Kiepenheuer & Witsch heraus, eine englische von Gaye Kynoch folgte bei Prototype Publishing. Eine Bühnenfassung unter dem Untertitel „Selbstauslöschung 1“ wird am 20. Oktober 2026 in der Dunkelkammer des Wiener Volkstheaters uraufgeführt, in der Regie von Barbara Weber.
Handlung
Eine junge Schriftstellerin lernt bei der Premiere eines ihrer Stücke einen jungen Theatermacher kennen, und die beiden verlieben sich sofort. Nach Heirat und Geburt eines Kindes zermürbt der Alltag die Leidenschaft: Sie kämpft um Zeit zum Schreiben, er zieht sich in seine Kunst zurück und entfernt sich von der Familie, bis die Beziehung zerbricht. Erzählt wird aus der Sicht der Frau, wobei das Feuer als wiederkehrendes Motiv den Text durchzieht.
Kulturelle Bedeutung
Der Roman gilt als umgekehrte Autofiktion: Madame Nielsen leiht der Frau, die sie einst liebte, die Stimme und befragt so den Mann, der sie selbst früher war. Die deutschsprachige Kritik, darunter NZZ, Die Zeit und Deutschlandfunk, besprach das Buch 2022 durchweg wohlwollend, als musikalisch gebauten Text zwischen Realismus und Surrealismus über die Frage, wie Liebe in Hass umschlägt.