Über das Werk
La Fille mal gardée (Das schlecht behütete Mädchen) ist eines der ältesten Ballette, die sich im Repertoire gehalten haben; die Urfassung von Jean Dauberval wurde 1789 in Bordeaux uraufgeführt, kurz vor der Französischen Revolution. Die heute meistgespielte Fassung mit der Musik in der Bearbeitung von John Lanchbery stammt von Frederick Ashton (1960).
Handlung
Auf dem Land liebt die junge Bäuerin Lise den charmanten Bauernburschen Colas. Ihre Mutter, die resolute Witwe Simone, hat jedoch andere Pläne: Lise soll Alain heiraten, den einfältigen Sohn des reichen Weinbauern Thomas. Mit List, Charme und der Hilfe der Dorfgemeinschaft umgehen die Liebenden alle Bemühungen der Mutter, sie zu trennen. Nach einer Reihe komischer Verwicklungen – inklusive eines Gewitters und eines versteckten Liebhabers – gibt Simone schließlich ihren Segen, und Lise und Colas finden zueinander.
Kulturelle Bedeutung
La Fille mal gardée ist bemerkenswert als frühes Ballett, das nicht Götter und Adlige, sondern einfache Landleute in den Mittelpunkt stellt – ein Vorbote des realistischen Erzählens im Tanz. Ashtons Fassung gilt als Meisterwerk des heiteren Balletts, berühmt für den charmanten „Bändertanz", die komische Hosenrolle der Witwe Simone und ihren ausgelassenen Holzschuhtanz. Es ist eines der beliebtesten komischen Ballette des Repertoires.
