Über das Werk
Giacomo Puccinis Oper in vier Bildern wurde 1896 in Turin unter Arturo Toscanini uraufgeführt. Das Libretto Luigi Illicas und Giuseppe Giacosas basiert auf Henry Murgers Roman „Scènes de la vie de bohème" (1851) und schuf das ikonische Porträt junger Pariser Künstler in der Mansarde des 19. Jahrhunderts.
Handlung
In einer ungeheizten Pariser Mansarde an Weihnachten 1830 frieren die vier Bohémiens: Dichter Rodolfo, Maler Marcello, Philosoph Colline, Musiker Schaunard. Die kranke Näherin Mimì klopft mit erloschener Kerze an die Tür. Rodolfo verliebt sich in sie auf den ersten Blick — Aria „Che gelida manina". Die vier ziehen mit Mimì ins Café Momus, wo Marcellos Ex-Geliebte Musetta erscheint. Drei Monate später: Mimì gesteht Marcello, dass Rodolfos Eifersucht sie quält. Rodolfo offenbart Marcello den wahren Grund seines Rückzugs — Mimì stirbt langsam an Schwindsucht und er hat nicht die Mittel, ihr zu helfen. Mimì hört zufällig zu, ein bewegender Trennungs-Quartett folgt. Letzter Akt, Mansarde: Rodolfo und Marcello, beide allein, erinnern sich an die verlorene Liebe. Musetta bringt die sterbende Mimì zurück. In bewegender Schlussszene sterben Mimì in den Armen ihrer Freunde, während Rodolfo verzweifelt ihren Namen ruft.
Kulturelle Bedeutung
La Bohème ist die meistgespielte Oper Puccinis und eine der populärsten Opern weltweit. Mimìs „Sì, mi chiamano Mimì", Rodolfos „Che gelida manina" und Musettas Walzer „Quando me'n vo" gehören zum musikalischen Weltkulturerbe. Das Werk inspirierte das Musical „Rent" (1996) und unzählige Inszenierungen — von Franco Zeffirellis Postkarten-Mailand-Bohème (1963) bis zu Jonathan Millers Edinburgh-Inszenierung. Robert Dornhelms Verfilmung von 2008 gilt als herausragend.
