La Bayadère
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La Bayadère

Marius Petipa
Ballett · 1877

Über das Werk

Marius Petipas „La Bayadère" wurde 1877 in Sankt Petersburg uraufgeführt und gehört zu den Hauptwerken des klassisch-russischen Balletts mit Musik von Ludwig Minkus. Das Libretto von Sergei Chudekov inszeniert eine indische Liebes- und Eifersuchts-Tragödie um eine Tempeltänzerin (Bayadère), einen Krieger und eine Königstochter.

Handlung

Im alten Indien liebt der Kriegerführer Solor die Tempeltänzerin Nikiya. Doch der Hohepriester Großbrahmane begehrt Nikiya selbst. Der Radscha hat Solor seiner Tochter Gamzatti zur Heirat versprochen. Solor schwört Nikiya bei der heiligen Flamme ewige Treue. Der Großbrahmane beschuldigt aus Eifersucht Solor des Eidbruchs vor dem Radscha — was die Hochzeit Solors mit Gamzatti beschleunigt. Bei den Verlobungs-Feierlichkeiten muss Nikiya tanzen. Gamzatti hat einen Korb mit einer Schlange präparieren lassen — Nikiya wird gebissen, lehnt das angebotene Gegengift ab, weil ihre Liebe verraten wurde, und stirbt. Der zweite große Akt — der berühmte „Schattenakt" — zeigt den opium­berauschten Solor in einer Vision: 32 Schattenfiguren der Bayadère steigen herab. Im dritten Akt stürzt während der Hochzeitszeremonie der Tempel ein und begräbt alle. Solor und Nikiyas Geist vereinen sich im Jenseits.

Kulturelle Bedeutung

La Bayadère ist eines der größten Tutu-Ballette des klassisch-akademischen Repertoires. Der „Schattenakt" mit seinen 32 identischen Ballerinen, die in langer Diagonale auf die Bühne herabsteigen, gilt als einer der schönsten Momente des Balletts überhaupt. Der dritte (Tempelsturz-)Akt ging in Sowjetzeiten verloren und wurde 1992 von Natalia Makarova für das ABT rekonstruiert; viele Produktionen enden heute mit dem Schattenakt. Choreografische Bezugswerke aller späteren Ballett-Tragödien (von Schwanensee bis Onegin).

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