Über das Werk
Tragedia lirica bzw. „opera-ballo“ in drei, später zwei Akten von Gaetano Donizetti nach einem Libretto von Salvatore Cammarano, das auf Luigi Marchionnis Drama von 1825 sowie Luigi Henrys Ballett von 1827/28 zurückgeht – beide wiederum nach Pierre-Laurent Buirette de Belloys französischem Theaterstück von 1765 über die Belagerung von Calais 1346/47. Donizetti plante das Werk als seine 49. Oper bewusst „dem französischen Geschmack“ entsprechend, in der Hoffnung auf eine spätere Aufführung an der Pariser Opéra, und bezeichnete es selbst als seine am sorgfältigsten gearbeitete Partitur.
Handlung
Während der Belagerung von Calais im Hundertjährigen Krieg verlangt der englische König Edward III. die Hinrichtung von sechs Bürgern als Bedingung für Frieden. Bürgermeister Eustachio und sein Sohn Aurelio melden sich zusammen mit vier weiteren Stadtbewohnern freiwillig. Erst das Eingreifen der Königin bewegt Edward schließlich dazu, den Geiseln zu begnadigen.
Kulturelle Bedeutung
Die Uraufführung am 19. November 1836 im Teatro San Carlo in Neapel wurde zunächst begeistert aufgenommen und erlebte sechzehn Vorstellungen, verschwand danach aber bis 1840 fast vollständig von den Spielplänen; erst 1990 kehrte das Werk beim Donizetti Opera Festival auf die Bühne zurück. Donizetti selbst war mit dem dritten Akt unzufrieden und überarbeitete die Oper kurz nach der Premiere zu einer zweiaktigen Fassung.
