Über das Werk
„Kyoto“ ist ein politisches Theaterstück der britischen Autoren Joe Murphy und Joe Robertson über die Verhandlungen, die 1997 zum Kyoto-Protokoll führten. Die Royal Shakespeare Company und die Gruppe Good Chance brachten es am 18. Juni 2024 im Swan Theatre in Stratford-upon-Avon heraus, in der Regie von Stephen Daldry und Justin Martin. Die deutsche Übersetzung stammt von John Birke.
Handlung
Erzähler ist Don Pearlman, ein amerikanischer Anwalt und Lobbyist im Dienst der Ölindustrie, der in den 1990er Jahren mit juristischen Winkelzügen und gezielter Desinformation versucht, ein verbindliches Klimaabkommen zu verhindern. Das Stück verfolgt die Weltklimakonferenz in Kyoto bis in die entscheidende Nachtsitzung, in der der argentinische Vorsitzende Raúl Estrada-Oyuela die Delegationen zu einer Einigung drängt. Neben Pearlman treten reale Figuren wie Al Gore und Angela Merkel sowie Delegationen unter anderem aus China, Saudi-Arabien und Kiribati auf.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück macht ein diplomatisches Ringen um Fristen und Prozentzahlen zu einem Politthriller, dessen Erzähler ausgerechnet der Gegenspieler des Abkommens ist. Nach Stratford lief es 2025 im Londoner West End (@sohoplace) und im Lincoln Center in New York, wo es unter anderem für die Lucille Lortel Awards als bestes Stück nominiert wurde.
