Über das Werk
Leoš Janáčeks Oper in drei Akten wurde 1921 in Brünn uraufgeführt und basiert auf Alexander Ostrowskis Drama „Die Gewitter" (1859). Die Geschichte einer russischen Kaufmannsfrau, die unter der Tyrannei ihrer Schwiegermutter zerbricht, ist eines der frauenpsychologisch eindringlichsten Werke der Operngeschichte.
Handlung
In einer kleinen Wolgastadt lebt die junge Káťa mit ihrem schwachen Mann Tichon und dessen herrischer Mutter Kabanicha, die Káťa permanent demütigt. Während Tichon auf Geschäftsreise ist, ringt Káťa mit dem Wunsch nach Liebe — sie verliebt sich in Boris, den Neffen eines wohlhabenden Kaufmanns. Ihre Freundin Varvara organisiert nächtliche Treffen im Garten. Während eines Gewitters kommt Tichon zurück; in der Kirche bricht Káťas Gewissen ein, sie gesteht öffentlich den Ehebruch. Boris wird auf Befehl seines Onkels nach Sibirien verschickt. Káťa und Boris haben einen letzten verzweifelten Abschied. Allein gelassen, stürzt Káťa sich in die Wolga.
Kulturelle Bedeutung
Káťa Kabanová ist nach „Jenůfa" Janáčeks zweites großes Frauen-Porträt und gilt als seine emotional konzentrierteste Oper. Die Vermählung von Sprachmelodie (Janáčeks Theorie der „Sprachmotive") mit kurzen orchestralen Erschütterungen — besonders die Gewitter- und Wolga-Klänge — setzte neue Maßstäbe in der Opernkomposition. Die Titelpartie zählt zu den wichtigsten lyrisch-dramatischen Sopranrollen des 20. Jahrhunderts; Inszenierungen von David Alden bis Christof Loy haben das Werk im Repertoire fest verankert.
