Über das Werk
Friedrich Schillers Trauerspiel in fünf Aufzügen entstand 1782/83 und wurde 1784 in Frankfurt am Main uraufgeführt. Schiller selbst gab dem ursprünglich „Luise Millerin" genannten Stück den prägnanten Titel „Kabale und Liebe". Es ist das Hauptwerk seiner Sturm-und-Drang-Periode und bürgerliches Trauerspiel ersten Ranges.
Handlung
In einer süddeutschen Residenz liebt Ferdinand, Sohn des Präsidenten von Walter, die Bürgerstochter Luise Miller, Tochter eines Stadtmusikus. Der Vater des Adligen will Ferdinand mit der Mätresse des Fürsten, Lady Milford, verheiraten, um seine Macht am Hof zu sichern. Ferdinand weigert sich. Walters Sekretär Wurm, der selbst Luise begehrt, schmiedet eine Intrige: Er lässt Millers Eltern verhaften und zwingt Luise, einen falschen Liebesbrief an einen Hofmarschall zu schreiben. Ferdinand erhält den Brief und glaubt sich verraten. In Verzweiflung lädt er Luise zum letzten Abendmahl ein und vergiftet ihre Limonade — und seine eigene. Im Sterben enthüllt Luise die Wahrheit. Beide sterben zusammen; der Präsident und Wurm werden verhaftet.
Kulturelle Bedeutung
Kabale und Liebe ist nach „Die Räuber" Schillers wichtigstes Sturm-und-Drang-Drama und prägende Vorlage für Verdis Oper „Luisa Miller" (1849). Die Anklage gegen die Standes-Hierarchie und höfische Korruption macht das Stück zur sozialkritischen Pioniertat. Auf deutschen Bühnen praktisch ununterbrochen im Spielplan; legendäre Inszenierungen u.a. von Peter Stein und Frank Castorf.
