Über das Werk
Johann Wolfgang von Goethes einaktiges Singspiel entstand 1779/80 nach der zweiten Schweizer Reise und wurde 1780 am Weimarer Liebhabertheater uraufgeführt. Das Werk spielt in einem Schweizer Alpental und verbindet pastorale Idylle mit einer ungewöhnlich direkten Liebesgeschichte. Vertont wurde es von Philipp Christoph Kayser (1780), Johann Friedrich Reichardt und später Adalbert Gyrowetz.
Handlung
Die junge Bätely lebt mit ihrem Vater allein auf einer Schweizer Alm. Ihr Geliebter Jery, ein schüchterner junger Bergbauer, traut sich nicht, um ihre Hand anzuhalten. Als der Soldat Thomas eintrifft und Bätely mit grober Leidenschaft umwirbt und bedrängt, muss sich Jery zwischen Feigheit und Eingreifen entscheiden. Jerys Mut rettet Bätely, sie verlobt sich mit ihm, und Thomas entpuppt sich am Ende als Jerys alter Schulfreund, der die Situation inszeniert hatte, um seinen zaghaften Freund zum Geständnis zu bewegen.
Kulturelle Bedeutung
Jery und Bätely ist eines von Goethes musikalisch erfolgreichsten Singspielen und etablierte das Schweiz-Idyll als Genre-Motiv der deutschsprachigen Bühne. Gyrowetz' Vertonung von 1803 hielt sich über Jahrzehnte im Repertoire der Hoftheater. Das Werk bleibt ein geschätzter Fundus für Opern- und Schauspielhochschulen wegen seiner überschaubaren Besetzung und der psychologisch subtilen Dreieckskonstellation.
