Über das Werk
Leoš Janáčeks Oper in drei Akten wurde 1904 in Brünn uraufgeführt und basiert auf Gabriela Preissovás realistischem Drama „Její pastorkyňa" (Ihre Ziehtochter). Das Werk begründete Janáčeks einzigartige Musiksprache, die aus den Melodien der mährischen Volksmusik und der gesprochenen Sprache schöpft.
Handlung
Die junge Jenůfa erwartet ein Kind von dem trinkfreudigen Števa, der sie nicht heiraten will. Ihre Stiefmutter, die strenge Küsterin, verbirgt die Schwangerschaft vor dem Dorf und drängt Jenůfa, den treuen Laca zu heiraten. In ihrer Verzweiflung ertränkt die Küsterin das neugeborene Kind heimlich im eisigen Fluss. Als das Verbrechen entdeckt wird, gesteht die Küsterin ihre Tat. Jenůfa vergibt ihr und findet in Lacas aufrichtiger Liebe einen Neuanfang.
Kulturelle Bedeutung
Jenůfa machte Janáček international bekannt und gilt als Gründungswerk der tschechischen Opernmoderne mit ihrer kompromisslosen Verbindung von sprachnahem Gesang und dramatischer Wahrheit. Das Werk wird heute als eines der bedeutendsten Musikdramen des 20. Jahrhunderts anerkannt und zeigt die zerstörerische wie heilende Kraft menschlicher Beziehungen.
