Über das Werk
Hugo von Hofmannsthals Mysterienspiel wurde 1911 in Berlin uraufgeführt und ist seit 1920 das Herzstück der Salzburger Festspiele, wo es alljährlich auf dem Domplatz gespielt wird. Das Werk ist eine Neubearbeitung des englischen Moralitätenspiels „Everyman" aus dem 15. Jahrhundert.
Handlung
Der reiche Jedermann lebt in Saus und Braus und verdrängt den Tod. Als Gott den Tod schickt, um Jedermann vor sein Gericht zu laden, sucht dieser verzweifelt nach einem Begleiter auf seiner letzten Reise. Gesellen, Verwandte und sein Reichtum wenden sich von ihm ab. Nur seine guten Werke, durch sein frommes Handeln gestärkt, begleiten ihn. Durch Reue und Glauben findet Jedermann im letzten Moment die Gnade Gottes.
Kulturelle Bedeutung
Jedermann ist das identitätsstiftende Werk der Salzburger Festspiele und verbindet seit über hundert Jahren Volkstheater mit religiöser Erbauung vor der barocken Kulisse des Salzburger Doms. Die Rolle des Jedermann ist eine der begehrtesten im deutschsprachigen Theater, und die Rufe des Todes über den Domplatz gehören zu den berühmtesten Theatermomenten Europas.