Über das Werk
Jean Anouilhs Schauspiel in zwei Teilen entstand 1953 und wurde am 14. Oktober jenes Jahres am Pariser Théâtre Montparnasse uraufgeführt; die deutschsprachige Erstaufführung folgte noch im selben Dezember in Frankfurt. Anouilh nähert sich dem Stoff um Jeanne d'Arc als Theater im Theater: Die Richter ihres Prozesses spielen selbst die entscheidenden Stationen ihres Lebens nach.
Handlung
Der Prozess gegen Jeanne bildet den Rahmen, aus dem heraus einzelne Lebensetappen der Titelfigur als Rückblende nachgespielt werden, von ihrem Aufbruch aus dem Dorf über die Begegnung mit dem Dauphin bis zur Krönung. Anouilhs Jeanne ist kein heroisches Fabelwesen, sondern ein junges Mädchen, das den Krieg verabscheut und sich vor allem vor dem Altern fürchtet.
Kulturelle Bedeutung
Am Ende verweigert das Stück den erwarteten Scheiterhaufen: Weil die Krönung in Reims im Spiel noch fehlt, wird sie nachgeholt, und Jeannes Tod bleibt ausgespart. Die Nähe zu Anouilhs eigener „Antigone“ wurde vielfach bemerkt; am Broadway trug die Titelrolle 1955 Julie Harris den Tony Award ein.