Iwanow
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Iwanow

Anton Tschechow
Theater · 1887

Über das Werk

Anton Tschechows Drama „Iwanow" entstand 1887 und ist sein erstes vollendetes Hauptwerk. Mehrfach umgearbeitet bis 1889. Tschechow nannte das Stück „mein erstes ernsthaftes Werk" und schuf in der Hauptfigur das Urbild des „überflüssigen Menschen", der die russische Literatur des 19. Jahrhunderts prägte.

Handlung

In der russischen Provinz lebt der Gutsbesitzer Nikolai Iwanow in tiefer Krise. Vor fünf Jahren hat er Anna geheiratet, eine getaufte Jüdin, die für ihn ihren Glauben aufgab und von der Familie verstoßen wurde. Heute ist Anna lungenkrank, Iwanow hat sein Vermögen ruiniert, ist verschuldet beim Vetter seiner Frau, und kann seine Frau nicht mehr lieben. Iwanow zieht sich abends zu seinem Nachbarn, dem Verwalter Lebedew, zurück, dessen jüdische Frau Sara auf Geld lauert. Dort verliebt sich die junge Sascha Lebedewa naiv und schwärmerisch in Iwanow. Iwanow erkennt seine eigene moralische Auflösung, kann aber Saschas Energie nicht widerstehen. Anna, die Iwanow nachgeschlichen ist, hört zufällig, wie er Sascha küsst — sie stirbt kurz darauf. Ein Jahr später soll Iwanow Sascha heiraten. Beim Einzug in die Kirche zieht er die Pistole und erschießt sich.

Kulturelle Bedeutung

Iwanow ist Tschechows Übergangswerk vom Frühwerk zum reifen Drama der vier großen Stücke. Das Werk wirkt heute durch seine schonungslose Diagnose der Depression als psychologisches Phänomen modern. Russische Inszenierungen von Stanislawski (1904) bis zu Lev Dodin haben es ständig im Repertoire. In Westeuropa lange weniger bekannt, gewinnt es seit den 1990er Jahren an Bedeutung — auch Tom Stoppards englische Übertragung (2008) erleichterte den Zugang.

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