Über das Werk
Gerhart Hauptmann schrieb dieses Versdrama in fünf Akten zwischen 1940 und 1943 in mehreren Überarbeitungsstufen; es bildet den ersten Teil seines späten vierteiligen Zyklus zur Atridensage. Die Uraufführung fand am 15. November 1943, Hauptmanns 81. Geburtstag, am Wiener Burgtheater statt, Regie Lothar Müthel, mit Ewald Balser als Agamemnon und Käthe Dorsch als Klytämnestra.
Handlung
Vor Aulis liegt die griechische Flotte fest, weil Agamemnon die Göttin Artemis erzürnt hat; das Orakel verlangt die Opferung seiner Tochter Iphigenie. Nach innerem Widerstreit ist Iphigenie zum Opfer bereit – doch im letzten Akt wird sie statt auf den Altar zur Göttin Hekate entrückt, worauf günstiger Wind aufkommt und die Flotte nach Troja aufbrechen kann.
Kulturelle Bedeutung
Die Forschung deutet die Uraufführung mitten im Krieg uneinheitlich: Manche lesen sie als verschlüsselte Widerstandsdichtung, andere bestreiten jede zeitkritische Absicht. Gemeinsam mit „Agamemnons Tod", „Elektra" und „Iphigenie in Delphi" erschien das Drama 1959 im Propyläen Verlag gesammelt als „Atriden-Tetralogie".