Über das Werk
William Forsythes „In the Middle, Somewhat Elevated" wurde 1987 als Teil eines Doppelabends an der Pariser Opéra unter Rudolf Nureyev uraufgeführt — komponiert von Forsythes regelmäßigem Mitarbeiter Thom Willems. Das Stück ist eines der einflussreichsten Werke des zeitgenössischen Balletts und Schlüsseltext der „neoklassischen Dekonstruktion".
Handlung
Es gibt keine Handlung im klassischen Sinn. Neun Tänzer (sechs Frauen, drei Männer) erscheinen in dunklen Trikots auf nacktbeleuchteter Bühne. Zwei goldene Kirschen hängen in der Mitte des Raums — daher der Titel: „in der Mitte, etwas erhöht". Forsythe nimmt klassische Ballett-Vokabeln (Pliés, Pirouetten, Grand Battements, Adagio-Hebungen) und treibt sie zu äußerster Geschwindigkeit, scharfen Linien, gebrochenen Posen. Die Tänzer „verfehlen" die klassische Form bewusst — kippen aus dem Gleichgewicht, korrigieren sich, attackieren neu. Sylvie Guillem (für die das Stück geschrieben wurde) und Laurent Hilaire prägten die Uraufführung mit ihrem virtuosen, fast aggressiven Stil. Die elektronische Musik von Willems — pulsierende, industrielle Klänge — kontrastiert die klassische Bewegungssprache.
Kulturelle Bedeutung
„In the Middle, Somewhat Elevated" gilt als das wichtigste neoklassische Ballett der späten 1980er Jahre und prägte eine ganze Generation Tänzer und Choreografen — von Wayne McGregor über Crystal Pite bis Alexander Ekman. Forsythes Methode, die akademische Tradition durch Verzerrung, Beschleunigung und Off-Balance zu erneuern, machte ihn zum wichtigsten lebenden Choreografen seiner Zeit. Das Stück ist heute in den meisten klassischen Ensembles im Repertoire und Pflichtstück der Compagnien-Auditions weltweit.