Über das Werk
Vincenzo Bellinis Oper in drei Akten wurde 1835 in Paris am Théâtre-Italien uraufgeführt — wenige Monate vor Bellinis frühem Tod. Das Libretto Carlo Pepolis basiert auf einem französischen Drama um die englische Bürgerkriegszeit (1640er Jahre) zwischen Royalisten (Cavaliers) und Puritanern (Roundheads).
Handlung
In einer puritanischen Festung in Plymouth steht die Hochzeit von Elvira und dem royalistischen Lord Arturo Talbo bevor. Die Hochzeit findet in den Festungsmauern statt — ungewöhnlich, weil die Puritaner Royalisten gefangen halten. Arturo entdeckt die Königswitwe Henriette von Frankreich, die heimlich gefangen gehalten wird. Aus ritterlicher Ehre flieht er mit ihr — Elvira hält dies für Verrat in Liebe und verfällt dem Wahnsinn. Im Verlauf der nächsten Akte zieht Elvira halluzinierend durch die Festung, während Arturo geächtet wird. Er kehrt heimlich zurück, um Elvira aufzuklären — die Wiedersehensfreude bringt ihren Verstand zurück, doch Arturo wird sofort verhaftet und zum Tode verurteilt. Erst die plötzliche Nachricht von der Niederlage der Royalisten und Cromwells Generalbegnadigung rettet ihn. Beide Liebenden vereinen sich.
Kulturelle Bedeutung
I Puritani ist Bellinis letztes Werk und gilt als bel-canto-Schluss-Höhepunkt vor der Verdi-Ära. Elviras Wahnsinnsszene „Qui la voce sua soave" und der Patriot-Schwur „Suoni la tromba" zählen zu den berühmtesten Momenten des Belcanto. Die Uraufführung mit Giulia Grisi, Antonio Tamburini und dem Tenor Giovanni Battista Rubini, der hohe F-Töne bewältigte, prägt die Aufführungstradition bis heute — die Tenor-Partie gilt als eine der höchstgelegen im Repertoire.
