Über das Werk
„Hotel Savoy“ ist ein Roman des österreichischen Schriftstellers und Journalisten Joseph Roth. Er erschien vom 9. Februar bis 16. März 1924 als Fortsetzungsroman in der Frankfurter Zeitung und im selben Jahr als Buch in Berlin. Am Wiener Burgtheater kommt am 7. November 2026 eine Produktion der Musicbanda Franui mit Nicholas Ofczarek heraus, die Roths Text mit Operettenschlagern der Jahre 1900 bis 1935 verbindet; die Bühnenfassung stammt von Rita Czapka und Andreas Schett, die Textgestaltung von Tamara Metelka, die Musik von Andreas Schett und Markus Kraler.
Handlung
Im Sommer 1919 kehrt Gabriel Dan nach drei Jahren Kriegsgefangenschaft in Sibirien nach Westen zurück und steigt in einer Industriestadt im Osten Europas im riesigen Hotel Savoy ab. Das Haus ist ein Abbild der Gesellschaft: unten wohnen die Reichen, unter dem Dach die Verarmten, die ihr Gepäck beim Liftboy verpfänden. Gabriel verliebt sich in die Tänzerin Stasia, sein Kriegskamerad Zwonimir wiegelt die Arbeiter auf, und alle hoffen vergeblich auf den amerikanischen Millionär Bloomfield. Am Ende brennt das Hotel bei einem Aufstand nieder.
Kulturelle Bedeutung
Der Roman gilt als Analyse der sozialen Umbrüche nach dem Ersten Weltkrieg, in der das Hotel zum Sinnbild eines heimatlos gewordenen Europas wird. Zusammen mit „Das Spinnennetz“, „Die Rebellion“ und „Rechts und links“ bildet er Roths Panorama der Jahre 1919 bis 1929. Vorbild war das reale Hotel Savoy in Łódź; Bühnenfassungen entstanden unter anderem 2012 am Wiener Volkstheater.
