Über das Werk
„Holzfällen. Eine Erregung“ ist ein Roman von Thomas Bernhard, erschienen 1984 im Suhrkamp Verlag. Der Text ist ein einziger Block ohne Kapitel und Absätze, der Monolog eines namenlosen Ich-Erzählers. Am Wiener Burgtheater hatte am 12. September 2024 eine Produktion der Musicbanda Franui Premiere, in der Nicholas Ofczarek den Text spricht und das Ensemble Trauermärsche und Begräbnismusik spielt; die Textfassung stammt von Tamara Metelka und Andreas Schett, die Musik von Markus Kraler und Andreas Schett.
Handlung
Der Erzähler sitzt bei einem sogenannten künstlerischen Abendessen in der Wohnung des Ehepaars Auersberger in Wien im Ohrensessel. Am selben Tag ist die gemeinsame Bekannte Joana begraben worden, und alle warten auf einen berühmten Burgschauspieler, der nach einer Vorstellung von Ibsens „Wildente“ nachkommen soll. Während er die Gesellschaft beobachtet, steigert sich seine Abneigung gegen die einstigen Freunde und die Wiener Kunstszene zu einer langen Schimpftirade, bis der angetrunkene Schauspieler von Wald, Hochwald und Holzfällen spricht.
Kulturelle Bedeutung
Das Buch gilt als Schlüsselroman über die österreichische Kulturszene und als Abrechnung mit Bernhards eigener Vergangenheit; in Joana wurde etwa eine Anspielung auf Ingeborg Bachmann gesehen. Der Komponist Gerhard Lampersberg erkannte sich in der Figur Auersberger wieder und klagte wegen Ehrenbeleidigung, worauf das Buch in Österreich zeitweise beschlagnahmt wurde; später zog er die Klage zurück. Ins Englische wurde der Roman als „Woodcutters“ und als „Cutting Timber“ übersetzt.
