Über das Werk
Guillaume Tell (Wilhelm Tell) ist eine Grand opéra in vier Akten von Gioachino Rossini, uraufgeführt 1829 in Paris. Es war Rossinis letzte und ambitionierteste Oper – nach ihr zog er sich mit nur 37 Jahren vom Opernschaffen zurück. Das Werk nach Schillers Drama begründete die französische Grand opéra.
Handlung
Im von den Habsburgern unterdrückten Schweiz des 14. Jahrhunderts wächst der Widerstand gegen den tyrannischen Landvogt Gessler. Der Freiheitskämpfer Wilhelm Tell verbündet sich mit den Eidgenossen, während der junge Arnold zwischen seiner Liebe zur habsburgischen Prinzessin Mathilde und der Treue zur Heimat hin- und hergerissen ist. Als Tell sich weigert, Gesslers Hut zu grüßen, zwingt ihn der Vogt zum berühmten Apfelschuss vom Kopf seines Sohnes. Tell trifft, wird aber verhaftet; seine Befreiung entfacht den Aufstand, der in der Freiheit der Schweiz gipfelt.
Kulturelle Bedeutung
Guillaume Tell ist ein Meilenstein der Operngeschichte, dessen Ouvertüre zu den berühmtesten Orchesterstücken der Welt zählt. Mit seiner monumentalen Form, den großen Chören und der Verbindung von privatem Drama und politischem Freiheitskampf prägte das Werk die Gattung der Grand opéra. Wegen seiner enormen Anforderungen, besonders an den Tenor, wird die vollständige Fassung selten gegeben, doch das Werk bleibt ein Eckpfeiler des Repertoires.
