Goldberg-Variationen
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Goldberg-Variationen

Johann Sebastian Bach
Konzert · 1741

Über das Werk

Johann Sebastian Bachs „Goldberg-Variationen" (BWV 988, 1741 erschienen als Teil 4 der „Clavier-Übung") gehören zu den größten Kompositionen für Tasteninstrumente. Die Sammlung besteht aus einer Aria und 30 Variationen, die durch eine Wiederholung der Aria am Schluss gerahmt werden — eine architektonische Vollendung sondergleichen.

Handlung

Eine berühmte Anekdote (von Forkel 1802 berichtet, historisch umstritten) erzählt: Bach komponierte die Variationen für den schlaflosen russischen Gesandten Graf Keyserlingk, dessen Cembalist Johann Gottlieb Goldberg sie ihm in den Insomnia-Nächten vorspielen sollte. Die strukturelle Konstruktion ist überwältigend: Die zugrunde liegende Aria — eine schlichte 32-taktige Sarabande — kehrt nicht melodisch sondern als BASS-Linie/Harmonieschema in jeder der 30 Variationen wieder. Jede dritte Variation (3, 6, 9, 12 ...) ist ein Kanon, in steigender Intervallik (Kanon im Einklang, in der Sekunde, in der Terz, ... bis Kanon in der None). Variation 25 — die berühmte „Schwarze Perle" — ist der gefühlsmäßige Höhepunkt: eine chromatisch tiefe Lamento-Variation. Variation 30 ist KEIN Kanon sondern ein „Quodlibet" — eine humorvolle Verflechtung von zwei Volksliedern („Ich bin so lang nicht bei dir g'west" und „Kraut und Rüben haben mich vertrieben"). Im Schluss kehrt die Aria — wie bei einer Heimkehr — unverändert zurück.

Kulturelle Bedeutung

Die Goldberg-Variationen sind eine der höchsten kompositorischen Leistungen der Musikgeschichte und wurden im 20. Jahrhundert durch Glenn Goulds zwei Aufnahmen (1955 und 1981) zur Kult-Werk. Goulds Debüt-Aufnahme 1955, mit der er weltberühmt wurde, gilt als eine der einflussreichsten Klassik-Aufnahmen aller Zeiten. Andere bedeutende Interpretationen: Wanda Landowska (auf historischem Cembalo), Rosalyn Tureck, András Schiff, Murray Perahia, Pierre Hantaï, Beatrice Rana. Bachs Original ist für ein Cembalo mit zwei Manualen geschrieben — Variationen mit gekreuzten Händen sind auf dem Klavier extrem schwierig.

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