Über das Werk
Gods and Dogs ist ein einaktiges Ballett von Jiří Kylián, uraufgeführt 2008 (in der hier geführten Fassung 2014) und ursprünglich für das Nederlands Dans Theater geschaffen. Zu Musik von Ludwig van Beethoven (Streichquartett) und elektronischen Klängen von Dirk Haubrich erkundet es die schmale Grenze zwischen Normalität und Wahnsinn.
Handlung
Gods and Dogs ist ein handlungsloses, atmosphärisch dichtes Werk für acht Tänzerinnen und Tänzer. Hinter einem schimmernden Vorhang aus herabhängenden Ketten bewegen sich die Körper in fließenden, oft abrupt brechenden Bewegungen, die zwischen Anziehung und Isolation, Kontrolle und Entgleiten changieren. Kylián geht es um den Moment, in dem das Vertraute ins Bedrohliche kippt – die Frage, ab wann ein Verhalten von „normal" zu „abweichend" wird. Ein flüchtig auftauchendes hundeartiges Wesen verstärkt das Gefühl des Unheimlichen.
Kulturelle Bedeutung
Gods and Dogs zählt zu den eindringlichsten Spätwerken Jiří Kyliáns, eines der einflussreichsten Choreografen des zeitgenössischen Tanzes. Die Verbindung von Beethovens Klassik mit elektronischer Verfremdung und Kyliáns fließend-präziser Bewegungssprache schafft eine Atmosphäre von hypnotischer Mehrdeutigkeit. Das Werk gehört zum internationalen Repertoire zeitgenössischer Kompanien und steht beispielhaft für Kyliáns psychologisch tiefgründigen Stil.
